Sonntag, 27. November 2011

SWALLOW THE WORLD

ich schließe meine augen. ich liege dort. irgendwo. ich weiß nicht wo. es piept. fühle mich erschöpft und bin müde. nun sehe ich schwarz und jetzt sehe ich nichts mehr. es piept immernoch. mein mund ist trocken, als wäre er mit sand gefüllt. ich schmecke nichts mehr. das piepen wird leiser. ich spüre wie mein mund taub wird und meine zunge dicker und größer. das atmen fällt schwer. wo ist das piepen? ich will mich bewegen, doch ich bin wie paralysiert. ich spüre nichts mehr. das piepen ist weg. es ist still. ich habe angst.

manchmal habe ich das gefühl, dass es zu viele menschen gibt die denken, dass nur sie probleme hätten. ich blicke in die zeitung und sehe ratlose gesichter. diskussionen wie sie sich die mäuler über dinge zerreissen, über die schon großvater einst einmal grübelte. unbekannte familie sucht den mörder ihrer tochter. entscheidungsprobleme über die soßen-vielfalt in den einkaufsmärkten. hund wird vermisst. c-promi lief ohne höschen beim spendenmarathon mit. der hunger auf der welt. mein magen knurrt. ich bekomme eine sms. habe gerade keine zeit zu antworten. lese mir probleme anderer durch. ein anruf in abwesenheit. mein mobiltelefon war lautlos. ich wollte nicht gestört werden. noch eine sms. wo bleibt meine antwort? fragt man mich. nun werde ich schon gedrängt. beeil dich, brauche die antwort dringend. hä? kann ich doch nichts für wenn du deinen zeitplan nicht im griff hast. ich will später antworten. plötzlich blinkt ein leuchtendes fenster am bildschirm. jemand will mit mir kommunizieren. icqmsnskypeymfb. aber mein status ist doch auf "beschäftigt"! man. schon wieder ein tag wo ich diesem menschen nicht antworten werden kann. mein magen knurrt lauter. ich öffne eines meiner sozialen-netzwerke. drei neue nachrichten. zweinundzwanzig ungelesene. neue benachrichtigungen. überall ausrufezeichen und fragezeichen. es poppt rot auf. 7. 8. 9. 10 mal "liked" er mein foto. danke. aber... was wollt ihr alle von mir? das fenster unten blinkt immernoch. widerwillig klicke ich drauf. na. wie gehts steht da. nun habe ich die option das gespräch schnell zu beenden und zu sagen das es mir gut geht. das tue ich auch. aber hey. der schreibt ja weiter. pech. öffne mein mail-postfach. dreizehn ungelesene nachrichten. und eine dreistellige zahl an spam nachrichten. alles einfach anklicken und als gelesen markieren. plötzlich. eine frauen stimme ertönt aus der küche. essen sei fertig. toll. hab ich hunger? achja, ich habe hunger. ich komme gleich. mein zimmer. ein einziges chaos. ich muss aufräumen. fange an. noch eine sms. da ist jemand ungeduldig. essen wird kalt. ja, ich komme doch gleich. stopfe alles in den schrank, egal was es ist, hauptsache weg aus meinem blickfeld. das scheiß ding am bildschirm blinkt immernoch. man, ich bin doch beschäftigt! status: beschäftigt! verdammt. das telefon wird hell und dunkel. und hell und dunkel. es vibriert dabei auf dem ungemacht bett. man. ich kann nicht. ich muss aufräumen. das essen wird kalt. neue benachrichtigungen in einem anderen sozialen-netzwerk. wieso ist der chat an? ich will da raus. geht weg, geht weg man. ein notizzettel klebt noch halbwegs gut an meinem kaputten fernseher, den ich schon lange hätte wegschmeissen müssen. zur post, pakete mit meinen verkauften sachen verschicken. datum: vor von 3 tagen. fuck. es ist nach 18:00. ich kam vor zwei stunden von der uni. habe nichts geschafft und noch so viel zu tun. mir fällt ein, dass ich die arbeiten noch nicht abgegeben habe. konnte heute auch nicht zur arbeit gehen. ich schaffe es nicht. das essen wird kalt. ja man, ich komm doch gleich. ich raste gleich aus. und das scheiß handy fängt wieder an zu vibrieren. widerwillig und entnervt antworte ich. damit ich endlich meine ruhe habe. nicht weil ich es will. ich schließe alle meine geöffneten tabs. morgen sage ich, dass mein laptop abgeschmiert ist. das blinkende fenster kann auch weiterhin blinken. dieser mensch kennt mich ja nicht anders. meine briefings erledige ich jetzt. meine fehlenden arbeitsstunden werden am wochenende nachgearbeitet. es ist nach mitternacht und ich esse das kalte essen. allein. bin genervt, gestress und habe keine lust auf alles.

edit: habe diesen Blogpost vor einigen Wochen schon veröffentlicht, nochmal zurückgezogen & überarbeitet.

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen